Weit über 100 Jahre hat die Geschichte des Automobils als Fortbewegungs- und Motorsportfahrzeug mit klassischen Verbrennungsmotoren (Benzin oder Diesel) bereits hinter sich. Angefangen mit den ersten Massenproduktionen des Modell T (Tin Lizzy) von Henry Ford in den USA hat das Automobil die Pferdekutschen mit der Zeit vollständig als Transportmittel in den Städten und als Reisefahrzeug abgelöst, die eine jahrtausendelange Geschichte hatten. Pferdewagen kennen wir aus vielen Kulturen der Antike und gefederte Reisekutschen sind bereits aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. von den Römern bekannt. Und was kommt jetzt? Das Elektroauto. Einer der derzeit führenden Marken in diesem Sektor ist die Marke Tesla aus den USA, die derzeit mit immer neuen Höchstleistungen in Bezug auf Elektromobilität wirbt und an der sich die weltweite E-Autoindustrie messen lässt.

Immer neue Emissions- und Schadstoffrichtlinien treiben die Entwicklung der E-Autos überall auf der Welt stetig weiter voran. Neuerdings sind sogar schon autonom fahrende Autos im Gespräch, denen ein Selbstfahrverbot in Innenstädten folgen soll, und die Volkswagen Group arbeitet bereits für 2025 an einem E-Auto für alle – eine neue Art E-Käfer? Ist die Geschichte der Benzin- und Dieselautos damit beendet? Wer kann das heute schon mit Sicherheit sagen?

Der Umwelt zuliebe?

Sehr viel Wirbel gibt es seit Kurzem um erfolgte und angekündigte, weitere Fahrverbote für alle Dieselfahrzeuge, die einer bestimmten Abgasnorm nicht mehr entsprechen. Schuldzuweisungen an Hersteller und die Frage, wer letztlich für das Nach- bzw. Umrüsten der Fahrzeuge verantwortlich ist, dominieren das Thema in den Medien. Die CO2-, Staub- und Schadstoffemissionen sind zu hoch. Nur, wo käme denn der Strom für all die E-Autos her? Teilweise sicherlich aus den bisher ungenutzten, erneuerbaren Energien, denn Batterien sind Energiespeicher. E-Autos haben jedenfalls keine Abgase und die Luft in Städten würde sicherlich sauberer sowie die Lärmbelästigung sinken. Welche Rolle letztendlich all die Akkus oder Batterien spielen, die üblicherweise zum Sondermüll gehören, sei mal dahingestellt, denn die dürften in wenigen Jahrzehnten ein ernstes Problem werden. Vordergründig ist es schön, sauberere Luft zu haben, aber wenn Studien (zum Beispiel aus Schweden) zeigen, dass die Herstellung eines E-Autos bereits mehr CO2 verursacht, als ein Benziner in den ersten acht Jahren seines Betriebs, sollte die Sinnhaftigkeit dieser Technik nochmal überdacht werden.

Technik und Fortschritt?

Es mutet schon etwas merkwürdig an, wie der Menschheit das E-Auto als technische Innovation verkauft werden soll. Besteht es doch im Wesentlichen nur aus drei Komponenten: Batterie (Akkupack), Elektromotor und Control-Panel (Riesen-Tablet-PC). Es gibt keinen Tank, Benzinpumpe/-filter, Vergaser/Einspritzanlage, Verbrennung, Katalysator, Auspuff, Schalldämpfer und anders mehr, was so in der Autoherstellung jede Menge Teile einspart. E-Motoren wurden in Haushaltsgeräten und in der Industrie in allen erdenklichen Bauweisen seit über 100 Jahren perfektioniert, da es sie im Grunde schon seit den 1820er Jahren gibt (1822: Barlow-Rad, 1827: Jedik-Rotor). Wo steckt denn dabei nun der echte Fortschritt? Apropos Fortschritt, ein Fiat 500 (Baujahr 2007–2014) verbraucht auf 100 Kilometer sieben bis acht Liter Benzin, während ein VW Käfer aus den 1930er Jahren sechs bis sieben Liter auf 100 Kilometer bei etwa gleichem Gewicht verbrauchte. Mit dem Fortschritt in der Automobilindustrie gibt es offensichtlich ein generelles Problem.

Emissionsverkäufe als Geschäftsmodell?

In einem anderen Kontext könnten die E-Autos jedoch ein gutes Geschäft werden, denn alle Länder, die ihre Emissionswerte nicht einhalten, werden Strafen zahlen müssen oder sich CO2-Zertifikate von all den Ländern kaufen müssen, die die Grenzwerte unterschreiten. Das kann für den Staat ein sehr lukratives, internationales Geschäft werden, nur leider nicht für die Autofahrer, denn der muss den Spaß finanzieren, so wie das EEG für die Industrie.