Beseelt vom Traum des Autofahrens und Motoren gehören Namen von Konstrukteuren wie Benz, Daimler und Porsche wohl mit Abstand zu den bekanntesten der deutschen Automobilgeschichte, aber kein Auto hat mehr Geschichte geschrieben als der VW-Käfer (Volkswagen Typ 1) sowie sein Nachfolger, der VW-Golf, der den Käfer sogar als meistverkauftes VW-Auto der Welt überholen konnte. Der Name Käfer kam aus einem Bericht der „New York Times“, die den Newcomer seinerzeit als „beetle“ (englisch für Käfer) bezeichnete. Vom Nachfolger-Beetle läuft gerade, 80 Jahre nach Erfindung des VW-Käfers, der Letzte vom Band. Geprägt durch das weit ausgebaute Autobahnnetz, ursprünglich vom NS-Regime zu militärischen Zwecken angelegt, und den VW-Käfer, dessen Produktion bereits im zweiten Halbjahr 1945 wieder begann, war der Grundstein für das Nationalbewusstsein „Autofahren“ in Deutschland gelegt. Seither schreibt Volkswagen mit seinen Autos Geschichte.

Nach der Hochzeit des Käfers kamen Golf, Polo, Passat und Scirocco dazu. Parallel dazu gab es den Allround-Transporter, der als „Bulli“ seit 1950 gebaut wird. Ob als Pritschenwagen, geschlossener Transporter oder Kleinbus mit sieben Sitzen, der VW-Bulli hat ganze Generationen von Menschen geprägt. Der VW-Jetta ist weltweit, außerhalb Europas, ein riesiger Erfolg und gehört in China und Amerika zu einem der meistverkauften Autos. Stetiges Wachstum sowie der Zukauf anderer Automarken haben den Volkswagen-Konzern (VW Group) mittlerweile zum zweitgrößten Automobilkonzern der Welt wachsen lassen. Zwölf Automarken gehören mittlerweile zur Gruppe: Audi, Bentley, Bugatti, Ducati, Lamborghini, MAN, Porsche, Scania, Seat, Skoda sowie Volkswagen und VW-Nutzfahrzeuge selbst. Auch wenn es derzeit ein wenig Unruhe wegen des Dieselskandals gibt, sollte man sich keine größeren Sorgen um den gesamten Volkswagen-Konzern machen, denn der arbeitet bereits fleißig am Elektroauto für alle, das gut und gern eine Neuauflage des Käfers werden könnte und angeblich 2025 auf den Markt kommt.

Freiheit in Form von Mobilität

Autofahren steht für viele Menschen als Synonym für Flexibilität, Mobilität und Unabhängigkeit. Ob im privaten oder beruflichen Umfeld, Autos sind, noch vor der eigenen Wohnung oder dem Haus, das erklärte Ziel Nummer eins. Die meisten Jugendlichen warten auf nichts so sehr wie auf ihren 18. Geburtstag und ihr erstes Auto. Den Führerschein kann man in Deutschland schon mit 17 machen, kann dann aber nur begleitet fahren, in Sonderfällen auch mit 16. Bei vielen jungen Menschen kommt dann auch noch die Welt des Campings dazu, bei der wir wieder beim VW-Bulli, dem Transporter, angelangt wären. Für kaum ein anderes Auto gibt es wohl derart viele verschiedene Um- und Ausbaumöglichkeiten zum Camping-Bus, wie für den VW-Transporter. Als Pärchen, Kleinfamilie oder in der Gruppe geht’s dann los, die weite Welt zu erkunden.

Ein ganz wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit dem Freiheitsgefühl ist in Deutschland sicherlich auch die Tatsache, dass man auf sehr vielen Autobahnen nach wie vor ohne Geschwindigkeitsbegrenzung Auto fahren kann. Mal so richtig aufs Gas drücken und sehen, was das Auto so alles leisten kann. Eine umstrittene Freiheit, die sehr viele Unfälle mit Todesfällen zu Folge hat und daher immer wieder in die öffentliche Diskussion gelangt. Gegner behaupten sogar, das Fahren ohne Geschwindigkeitsbegrenzung käme den Waffengesetzen in den USA gleich. Nicht sehr weit hergeholt, denn ein zu schnelles Auto an der Hand eines unkontrollierten Fahrers kann durchaus auch als Waffe betrachtet werden.

Autorennsport gehört auf die Rennstrecke

Der Motorrennsport, insbesondere die Formel 1, gehören nicht erst seit Michael Schumacher zu den beliebtesten Sportarten in Deutschland und gerade viele junge Leute lassen sich gern von diesem Flair beflügeln. Mehr PS, Auto-Styling und -Tuning geben einem das vermeintliche Gefühl, mehr am Steuer zu können. Diese Annahme ist allerdings äußerst gefährlich.